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Eine großbürgerliche und vielköpfige Familie in Santiago, der Hauptstadt von Chile. Die Mutter Pilar Valdez, der Vater Mundo und ein paar Jungen und Mädchen. Die Seele des Ganzen, „die Perle“, ist Raquel, Haushälterin und Dienstmädchen seit 20 Jahren.
Doch mit dem Charakter und dem Verhalten Raquels ist das so eine Sache. Sie ist schweigsam, empfindlich, mürrisch, offenbar komplexbeladen wenn auch äußerst arbeitsam. Über 20 Jahre macht sie schon den Haushalt der Familie Valdez. Zum Teil ist ihr manchmal sonderliches Benehmen auf ihren labilen Gesundheitszustand zurück zu führen. Im Haushalt duldet sie niemanden neben sich. Als Pilar zur Unterstützung Raquels die junge Mercedes aus Peru mit anstellt, wird sie von der Platzinhaberin hinausgeekelt. Das gleiche passiert Sonja, die im Auftrag der Großmutter bei den Valdez aushelfen soll.
Anders ist es mit dem nächsten Versuch eines zweiten Dienstmädchens, mit Lucy. Die ist selbstbewusst, modern, freundschaftlich, fröhlich – das Gegenteil von Raquel. Ihre Art wirkt, langsam kommen sich die beiden Frauen näher. Raquel wird von Lucy beispielsweise zum Weihnachtsfest ihrer Familie eingeladen. Sie hat von Lucy gelernt.
Zum Teil ist Raquels mangelnde Entfaltung auf die soziale Distanz – in Südamerika vermutlich sehr viel größer als bei uns – zurückzuführen: hier Großbürgertum, dort Dienstbotentum. Das wird im Film sehr deutlich. Lucy ist da Raquel eine große Hilfe.
„La Nana“ ist aus zwei Gründen beachtenswert, und für die gab es auch Preise, u.a. gewann der Film das renommierte Sundance-Festival: Die Exaktheit und Wahrhaftigkeit, mit der dieses Familienleben geschildert wird, ist fabelhaft. Und die künstlerische Disziplin, mit der Catalina Saavedra die Raquel spielt, ist erstaunlich.
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Regie: Sebastian Silva
Land: Chile
Jahr: 2009
FSK: ab 6 Jahren
Länge: 94 Min
Darsteller: Catalina Saavedra, Claudia Cledòn, Alejandro Goic
Besonders Wertvoll

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