Unser Kinoprogramm
Der Wunderweltenbaum
Familienfilm / Reihe: Literaturverfilmung
Kooperation JuCa KIDS KINO
Regie: Ben Gregor
Land: Großbritannien/USA, 20256
Länge: 110 Min.
FSK: 0 Jahre / wir empfehlen ab 8 Jahren
Darst.: Andrew Garfield, Claire Foy, Nicola Coughlan, Billie Gadsdon, Phoenix Laroche und Delilah Bennett-Cardy u.a.
Die Geschwister Fran (Billie Gadsdon), Joe (Phoenix Laroche) und Beth (Delilah Bennett-Cardy) sind alles andere als angetan, von London weg aufs Land zu ziehen. Missmutig und frustriert versuchen sie sich einzuleben. Der angrenzende Wald ist abstoßend und geheimnisvoll verlockend zugleich. Was sie mit Eintritt in diese grüne üppige Welt erwartet, übersteigt ihre kühnsten Träume.
Tim (Andrew Garfield) und Polly Thompson (Claire Foy) haben genug vom Großstadttrubel und ziehen mit ihren drei Kindern von London aufs Land. Doch das vermeintliche Schnäppchen entpuppt sich als heruntergekommene Scheune ohne Strom. Während Teenagerin Beth verzweifelt versucht, ihr leeres Handy zu retten, und Bruder Joe seine Videospiele vermisst, entdeckt die stille Fran etwas viel Spannenderes: Im nahen Wald begegnet sie der Fee Seidenhaar, die sie auf den geheimnisvollen Wunderweltenbaum führt. Dort eröffnet sich den Kindern eine fantastische Welt voller magischer Wesen, verrückter Abenteuer und verborgener Wunder. Der warmherzige Familienfilm von Ben Gregor, nach der berühmten Kinderbuchreihe von Enid Blyton, verbindet märchenhafte Nostalgie mit dem Lebensgefühl heutiger Familien. Zwischen Chaos, Neuanfang und ländlicher Improvisation lernen die Kinder langsam, sich auf das ungewohnte Leben einzulassen. Denn Tim verfolgt hartnäckig seinen Traum: Mit selbst angebauten Tomaten und eigener Pastasauce will er die Familie über Wasser halten. Damit dieser Plan gelingt, braucht es nicht nur Zusammenhalt und Mut, sondern auch eine gute Portion Magie.
Siri Hustvedt - Dance Around the Self
Dokumentarfilm / Reihe: starke Frauen
Regie: Sabine Lidl
Land: Deutschland, Schweiz 2026
Länge: 110 Min.
FSK: o.Altersbeschränkung
Protagonisten: Siri Hustvedt, Paul Auster, Sophie Auster, Katerina Fotopoulou, Liv Hustvedt
Drei Jahre lang folgt Sabine Lidl den Gedanken und Geschichten, die Siri Hustvedt zu einer der wichtigsten intellektuellen und feministischen Stimmen der amerikanischen Literatur gemacht haben. Das auf diese Weise entstandene filmische Portrait ist ein Spiegel zum 2019 ebenfalls unter der Regie von Sabine Lidl entstandenen Filmüber Hustvedts Ehemann und „Lebensmenschen“: PAUL AUSTER - WAS WÄRE WENN.
Jung, neugierig und voller Tatendrang verlässt Siri Hustvedt ihre Heimat Minnesota und stürzt sich mitten hinein ins pulsierende New York. Auf der Suche nach der Hauptfigur ihres ersten Romans beginnt eine Reise, die sie nicht nur zur Schriftstellerin macht, sondern zu einer der wichtigsten Stimmen der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Der Film öffnet einen Blick weit über Siri Hustvedt hinaus und feiert die kämpferische Kreativität von Künstlerinnen, denen die Autorin sich verbunden fühlt. Zugleich erzählt der Film die einzigartige Liebesgeschichte des legendären Autorenpaares Siri Hustvedt und Paul Auster. Doch während die beiden über Sprache, Identität und die Kraft der Worte nachdenken, bricht das Leben herein: Paul Auster wird schwer krank. Auch nach seinem Tod endet die gemeinsame Geschichte nicht: Siri Hustvedt beginnt den Verlust ihres „Lebensmenschen“ im Buch „Ghost Stories: Ein Buch der Erinnerung“ literarisch zu verarbeiten.
Als wäre es leicht
Liebesdrama / Reihe: Wie Inklusion gelingt
Regie: Milan Skrobanek
Land: Deutschland 2025
Länge: 90 Min.
FSK: 12 Jahre
Darst.: Cindy Klink, David Knors, Athena Lange
Florian ist sehbehindert, liebt den FC St.Pauli und würde lieber vom Arbeitslosengeld leben, anstatt sich um einen Job zu bemühen. Doch er wird zu einer Arbeit im Dialoghaus Hamburg verdonnert. Dort trifft er auf die hörbehinderte Kati, zu der er sich sofort hingezogen fühlt. Nun müssen sie eine Möglichkeit finden, miteinander zu kommunizieren.
Das gelingt dank hilfreicher Apps sehr viel besser als anfangs vermutet. Doch es gibt andere Schwierigkeiten, die zwischen ihnen entstehen. Insbesondere die Beziehung zu ihren Familien ist nicht ohne. Florian hat den Kontakt zu seinem Vater und seinen Geschwistern komplett abgebrochen, Kati zofft sich mit ihrer Mutter, die darauf besteht, dass sie sich für ein Cochlea-Implantat entscheidet, mit dem sie wieder hören könnte. Sie widersetzt sich, weil sie ihre Taubheit nicht als Zustand sieht, der repariert werden muss, sondern als Teil ihrer selbst. Wenn man davon ausgeht, dass Liebe in erster Linie Kommunikation ist, dann stehen den beiden aber nicht nur ihre unterschiedliche Lebensgeschichte und eine eingeschränkte Weltwahrnehmung im Weg. Florian muss eine komplett neue Sprache lernen, die auf Gebärden beruht, die er nicht sehen kann, und Kati soll sich daran gewöhnen, laut zu sprechen, was sie hasst, seit sie von ihrer Mutter in den Sprechunterricht gezwungen wurde. Eine intensive Reise voller Höhen und Tiefen nimmt ihren Lauf. Herausgekommen ist eine wunderbare Liebesgeschichte, die sich letztlich auch nicht scheut, viele Fragen offenzulassen, einfach weil es in der Liebe keine fertigen Antworten gibt.
DJ Ahmet
Musikalische Coming-of-Age-Komödie
Regie: Georgi M. Unkovski
Land: Nordmazedonien 222025
Länge: 99 Min.
FSK: o. Angabe
Darsteller*innen: Arif Jakub, Agush Agushev, Dora Akan Zlatanova
Beats vom Traktor: Wenn der 15-Jährige Schafhirte Ahmet durch die nordmazedonische Hügellandschaft tuckert, wummern basslastige Songs aus seiner selbstgebastelten Soundanlage. Die elektronischen Klänge verheißen einen Ausweg aus der konservativen Dorfgemeinschaft und aus der Trauer um den Verlust der Mutter. Leider ist die nächste Disco unerreichbar weit entfernt, die örtliche DownloadGeschwindigkeit katastrophal und sein strenger Vater versucht alles, um ihm die Liebe zur Musik auszutreiben.
Einzig sein stummer Bruder Naim teilt seine Begeisterung – bis die wunderschöne Aya auf Heimaturlaub aus dem fernen Deutschland bei den Nachbarn einzieht. Die Neue hat nicht nur einen ausgezeichneten Musikgeschmack, unbändigen Freiheitswillen und ein Faible für Tiktok-Tänze, sondern auch ein Handy mit unbegrenztem Datenvolumen im Gepäck. Bei heimlichen Raves auf dem Acker kommen sich die beiden im Takt der Musik unweigerlich näher – dumm nur, dass ihre Hand bereits einem anderen versprochen ist. Um die anstehende Vermählung zu verhindern, startet Ahmet mit Aya einen verzweifelten Versuch, sich aus den Traditionen zu befreien. Unprätentiös und authentisch: DJ Ahmet entwirft das Bild jugendlicher Rebellion in Zeiten von Social Media. Mit viel Musikleidenschaft, einer Prise schwarzem Humor und großem Respekt vor seinen Charakteren verbindet Regisseur Georgi M. Unkovski die Suche zweier Außenseiter nach der ersten Liebe und ihren Kampf um einen Platz in einer auf Uniformität ausgerichteten Gesellschaft.
Der Frosch und das Wasser
Roadmovie / Reihe: Wie Inklusion gelingt
Regie: Thomas Stuber
Land: Deutschland/Schweiz, 2025
Länge: 113 Min.
FSK: 6 Jahre
Darst.: Aladdin Detlefsen, Kanji Tsuda, Bettina Stucky, Meltem Kaptan, Yuki Iwamoto, Cornelius Schwalm
Für Abenteuer ist in Stefan Buschs Alltag in einer betreuten Wohngemeinschaft kein Platz. Doch während eines Gruppenausflugs nimmt sein Leben eine schicksalhafte Wendung: Ohne zu zögern schließt sich der junge Mann, den alle nur Buschi nennen, einer japanischen Reisegruppe an. Mit „Der Frosch und das Wasser“ bringt Regisseur Thomas Stuber („In den Gängen“) ein außergewöhnliches Roadmovie auf die Leinwand. Der berührende Film erzählt die Geschichte von Stefan „Buschi“ Busch, gespielt von Aladdin Detlefsen. Buschi lebt in einer betreuten Wohngemeinschaft und spricht kaum mit seiner Umwelt. Während eines Ausflugs schließt er sich spontan einer japanischen Reisegruppe an – eine Entscheidung, die sein Leben verändert. Auf der Reise durch Deutschland entwickelt sich zwischen Buschi und dem japanischen Touristen Hideo Kitamura, dargestellt von Kanji Tsuda, eine stille, aber tiefe Freundschaft. Obwohl die beiden keine gemeinsame Sprache sprechen, entsteht eine außergewöhnliche Verbindung voller Wärme, Humor und gegenseitigem Verständnis. Der Film setzt dabei weniger auf große Worte als auf Blicke, Gesten und poetische Bilder. Kritiker beschreiben „Der Frosch und das Wasser“ als feinfühliges, märchenhaftes und zugleich geerdetes Kinoerlebnis über Einsamkeit, Freundschaft und menschliche Nähe, das nicht das Trennende, sondern das Verbindende betont. Handlungslogik ist da nicht so wichtig. Hauptsache die Chemie stimmt. Und das tut sie: zwischen Buschi und Hideo, der auch in Wirklichkeit kein Deutsch spricht. Für ihre stumme Kommunikation wurden sie auf dem Blacknights-Filmfestival in Tallin als beste Darsteller ausgezeichnet.
Das Flüstern der Wälder
Glennkill: Ein Schafskrimi
Komödie / Reihe: Literaturverfilmung
Regie: Kyle Balda
Land: UK/USA, 2026
Länge: 94 Min.
FSK: 6 Jahre
Darst.: Hugh Jackman, Emma Thompson, Nicholas Braun und Nicholas Galitzine u.a.
Mit den Stimmen von: Anke Engelke und Bastian Pastewka
Schäfer George (Hugh Jackman) liebt seine Herde und liest ihnen jeden Abend Krimis vor – in dem festen Glauben, dass die Tiere kein Wort verstehen. Doch als George unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, beweisen seine Schafe das Gegenteil. Lily, Mopple und die anderen folgen der Spur der Beweise und zeigen, dass in ihnen brillante Ermittlungstalente schlummern.
In dem Whodunit-Abenteuer kommt die ganze Familie auf ihre Kosten. Krimi-Superfan George Hardy liest seinen Schäfchen jeden Abend Murder-Mystery-Geschichten vor – und ahnt nicht, dass die Tiere ihn nicht nur verstehen, sondern dann auch die ganze Nacht über die Auflösung der Fälle diskutieren. Als der Schäfer ermordet wird, ist das geballte Ermittler-Know-how der Herde gefragt, denn der lokale Dorfpolizist Tom Derry (Nicholas Braun) kommt nicht gerade weit bei dem Fall. Die schlaue Schafdame Miss Maple, der mutige Othello, das eingespielte Team Mopple (Stimme: Bastian Pastewka) und Lily (Stimme: Anke Engelke), die neugierige Maude und der alte Leithammel Sir Ritchfield geben ihr Bestes, um den Mörder von George zu finden. Dabei müssen sie jedoch feststellen, dass es in der echten Welt der Menschen oft anders zugeht als in den Büchern, die sie kennen, und dass die Dorfbewohner*innen nicht nur einen Schäfer-Killer in ihrer Mitte haben, sondern gleich auch noch eine ganze Reihe weiterer dunkler Geheimnisse hüten…


Die Ironie des Lebens
Tragikomödie
Regie: Markus Goller
Land: Deutschland 2024
Länge: 109 Min.
FSK: 12 Jahre
Darst.: Uwe Ochsenknecht, Corinna Harfouch,
Emilia Schüle, Robert Gwisdek
Vor 30 Jahren hat Edgar seine Frau Eva, gespielt von Corinna Harfouch, mit zwei kleinen Kindern sitzen lassen und nie Kontakt zu ihnen gesucht. Er lebt seither für die Karriere - mit Assistentin und Chauffeur, aber ohne verbindliche menschliche Beziehungen. Und nun steht die Frau, die er mal geliebt hat, nach der Show in der Garderobe, um ihm persönlich mitzuteilen, dass sie bald an Krebs sterben wird.
Eine bittere Pointe, die der Star-Komiker, kongenial verkörpert von Uwe Ochsenknecht, so nicht stehen lassen will. Ein paar Tage später steht er mit ausgeklügeltem Rettungsplan vor Evas Tür. Dass sie, weil sie keine Heilungschance mehr sieht, auf jede Behandlung verzichten und die verbleibende Zeit in Würde verbringen und bestmöglich auskosten möchte, versteht Edgar nicht. Dann aber treten auch noch die beiden gemeinsamen Kinder in Erscheinung: Emilia Schüle als Tochter, die in Vaters Fußstapfen tritt und auch verzeihen kann, und Robert Gwisdek als Sohn, der nur Verachtung für den Vater übrig hat. Ein bisschen wähnt man sich in einer Fortsetzung von Matthias Glasners Familien-Groteske "Sterben", ebenfalls mit Mutter Harfouch und Sohn Gwisdek in den Hauptrollen.
Edgar, durch und durch Narzisst, schafft es wider Erwarten im fortgeschrittenen Alter sein Lebensmodell noch rechtzeitig zu hinterfragen. Die Wiederbegegnung mit der Ex-Frau gibt den Anstoß dazu und es entwickelt sich eine wunderbar wahrhaftige neue Beziehung zwischen beiden und auch zu seinen Kindern.
Am Donnerstag 18.06. um 19:00 Uhr, begrüßen wir unsere Kooperationspartner „Krebsverein für Schwäbisch Hall & Hohenlohe e. V.“ - sowie die „Spezialisierte ambulante Palliativversorgung“ (SAPV)
Im Anschluss an den Film freuen sich die Kolleginnen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) und des Krebsverein für SHA & HOK e.V. auf eine angeregte Publikumsdiskussion rund um den Film und das Thema Lebensqualität am Lebensende.
Melden Sie sich hierfür gerne an.
Der verlorene Mann
Tragikomödie / Reihe: Wie Inklusion gelingt
Regie: Welf Reinhart
Land: Deutschland 2026
Länge: 106 Min.
FSK: 12 Jahre
Darst.: Dagmar Manzel, August Zirner, Harald Krassnitzer
Die Künstlerin Hanne und der pensionierte Pfarrer Bernd führen eine glückliche, nach Jahren jedoch bereits etwas festgefahrene Ehe. Wie aus dem Nichts steht eines Tages Hannes früherer Ehemann Kurt vor der Tür, erklärt, er habe seine Schlüssel vergessen und huscht an ihr vorbei ins Haus. Tatsächlich waren die beiden mal verheiratet, sind aber seit 20 Jahren geschieden.
Auf dem Armband, das Kurt trägt, findet sie eine Telefonnummer. Seine Tochter erklärt ihr dann, dass Kurt an Alzheimer erkrankt ist, sich in Kurzzeitpflege befindet, weil sie selbst im Ausland sei und sich gerade nicht um ihn kümmern könne. Hanne und Bernd versuchen, Kurt ins Pflegeheim zurückzubringen und, als das nicht gelingt, eine neue Unterbringung für ihn zu finden. Als Hanne und Bernd ihn dann doch bei sich aufnehmen, kehrt zwar zunächst eine verloren geglaubte Leichtigkeit in ihre Ehe zurück, doch je länger die ungewöhnliche ménage à trois anhält, desto stärker gerät ihr gemeinsames Leben aus den Fugen. Was wie eine der üblichen Demenzgeschichten beginnt, entwickelt sich schnell zu einem handfesten Beziehungsdrama. Denn Hanne, die die Trennung von Kurt nur sehr schwer verwinden konnte, findet sich immer wieder in die Vergangenheit zurückversetzt. Trotz seiner Demenz hat Kurt seine Liebenswürdigkeit nicht verloren. Er ist charmant, aufmerksam - und liebesbedürftig. Mit der rasch voranschreitenden Krankheit kann es kein Happy End geben. Bernd, der zunächst gutmütig mitspielt und dem Reflex der Eifersucht heldenhaft widersteht, ist letztendlich derjenige, der den Ausweg aus dieser unfreiwillig offenen Zweierbeziehung finden muss.
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Vivaldi und ich
Historienfilm / Literaturverfilmung
Regie: Damiano Michieletto
Land: Italien/Frankreich, 2025
Länge: 110 Min.
FSK: 12 Jahre
Darst.: Tecla Insolia, Michele Riondino, Fabrizia Sacchi, Andrea Pennacchi
Damiano Michielettos Historienfilm „Vivaldi und ich“ entführt ins barocke Venedig und erzählt von einer jungen Violinistin, die durch Antonio Vivaldi den Mut zur Selbstbestimmung findet. Getragen wird der opulente Film von Vivaldis mitreißender Musik, die die Entwicklung eines zurückhaltenden Mädchens zur zunehmend selbstbewussten und entschlossenen jungen Frau dramaturgisch begleitet.
Im Venedig des 18. Jahrhunderts wächst die talentierte Violinistin Cecilia (Tecla Insolia) im Ospedale della Pietà auf – einem Heim für verwaiste Mädchen, das die dort lebenden Kinder in das Studium der Musik einführt und dessen Orchester weltweit angesehen ist. Bei ihren Auftritten für wohlhabende Gönner bleibt Cecilia stets hinter einer Maske verborgen: Sie soll nicht als eigenständige Person gesehen werden. Doch mit der Ankunft eines neuen Lehrers bekommt sie erstmals die Chance, der Enge ihres bisherigen Lebens und der Aussicht einer arrangierten Ehe zu entkommen. Antonio Vivaldi (Michele Riondino), der neue Leiter des Orchesters, ermutigt sie, ihren eigenen Weg zu gehen. Vorbei an den strengen gesellschaftlichen Regeln und mit der befreienden Kraft der Musik kämpft Cecilia um ihr Schicksal und ein Leben jenseits vorgezeichneter Rollen. Ähnlich wie Markus Schleinzer in seinem rund 60 Jahre früher und in einem ganz anderen Milieu spielenden „Rose“ setzt Michieletto der männlich dominierten Machtordnung die Resilienz und Entschlossenheit Cecilias entgegen. Wie dort Sandra Hüller als Gutsbesitzer und Soldat während des Dreißigjährigen Kriegs so versucht sich auch hier Cecilia dem Zugriff der Männer zu entziehen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
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Die progressiven Nostalgiker
Komödie / Reihe Zeitreisen
Regie: Vinciane Millereau
Land: Frankreich, Belgien 2025
Länge: 103 Min.
FSK: ab 6 Jahren
Darsteller*innen: Elsa Zylberstein, Didier Bourdon, Mathilde Le Borgne
In DIE PROGRESSIVEN NOSTALGIKER ist Freiheit stets nur einen Flügelschlag von der Vergangenheit entfernt. Regisseurin Vinciane Millereau trifft mit rotzfrechem Humor, präzisem Sarkasmus und pointierter Situationskomik den Nerv der Zeit. Der Film nimmt die Heilsversprechen der Gegenwart bissig aufs Korn und erzählt zugleich von der wunderbaren Relativität der Geschichte.
Ein Familienidyll im Frankreich der 1950er: Michel (Didier Bourdon), durchschnittlicher Bankangestellter und Ernährer, und seine Frau Hélène (Elsa Zylberstein) leben ein scheinbar perfektes patriarchales Glück. Ein Kurzschluss der neuen Waschmaschine katapultiert sie jedoch ins Jahr 2025 – und stellt alles auf den Kopf. Die Rollen sind vertauscht: Hélène findet sich überraschend souverän als karrierebewusste Powerfrau zurecht, während Michel als Hausmann im Smart Home scheitert. Statt Autorität braucht er nun Empowerment, während Hélène die Freiheit der Emanzipation genießt. Doch die moderne Welt hat ihre Tücken: ein störrischer Sprachassistent, Möbel zum Selbstaufbau, Hundekot auf Gehwegen und eine Tochter, die ihre Freundin heiraten will. Für Michel ist das Maß voll. Er will zurück in die „gute alte Zeit“ – wenn er nur wüsste, wie man die smarte Waschmaschine zur Zeitreise programmiert.
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